Mitgliederzuwachs bei der KP der USA

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15.11.2017: „Fast tausend Menschen haben sich seit der Wahl Trumps der Kommunistischen Partei angeschlossen - 973, um genau zu sein“. Das gab der Parteivorsitzende John Bachtell anlässlich einer nationalen Konferenz der KP der USA (CPUSA) am 10./11. November bekannt. „Trump hat die Leute alarmiert, und einige schauen nach links“, vermerkte Bachtell dazu.

Die Konferenz fand unter dem Motto „Resist, Organize, Vote and Grow“ (Widerstand leisten, Organisieren, Wählen und Wachsen“) statt. Sie war auch hinsichtlich der Art ihres Stattfindens der Versuch einer interessanten Neuerung: die zentrale Zusammenkunft war in Chicago, sie war jedoch mit regionalen Zusammenkünften in New Haven (Connecticut), St. Louis (Missouri), Athens (Ohio), Houston (Texas), Los Angeles (Kalifornien), Oakland (Kalifornien) und Florida gekoppelt. Eine Live-Übertragung per Internet verband die Zusammenkünfte miteinander, um den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, ohne dass die Beteiligten angesichts der Größe des Landes weite Anreisewege mit entsprechenden hohen Kosten auf sich nehmen mussten. „Das ist ein großartiger und kostengünstiger Weg, uns zusammenzubringen und die Mitglieder im ganzen Land zu beteiligen“, sagte Joe Sims, einer der Organisatoren der Konferenz.

Ein zentrales Thema der Konferenz waren mit dem Mitgliederzuwachs zusammenhängende Organisationsfragen. „Die Partei ist in einer einzigartigen Situation“, sagte Bachtell, „aber es ist nicht alles rosig“. „Wir haben eine alternde Organisation von 68ern in einer Anzahl von Staaten und Städten, und zusammen damit rund drei- bis viertausend Mitgliedern, die sich online angeschlossen haben, vielfach in kleinen Städten im ganzen Land verteilt. Wie die neuen Mitglieder in die Partei integrieren und Clubs um sie herum bilden, ist eine große Herausforderung“.

Zur Erklärung: Die CPUSA unterhält seit geraumer Zeit eine vielgestaltige und interessante eigene Internetseite mit zahlreichen Zugriffsmöglichkeiten auf aktuelle Themen sowohl des alltäglichen Geschehens als auch programmatischer oder theoretischer Natur. Ein wichtiger Punkt ist dabei die vielfältige Berichterstattung über den wachsenden Widerstand gegen die Trump-Politik in den Gewerkschaften, in verschiedenen Bundesstaaten, unter Anhängern der Demokratischen Partei und in weiten unterschiedlichen Bevölkerungskreisen, Auf dieser Internetplattform wird auch die Möglichkeit angeboten, sich online als Mitglied der Partei anzumelden.

Im Ergebnis einer kürzlich auf diesem Weg an die Mitglieder gerichteten Anfrage haben sich nun rund 120 neue Mitglieder bereit erklärt, bei der Organisierung neuer Clubs der CPUSA in ihrem Umfeld mitzuhelfen. Es entstanden bereits neue Clubs der Partei in Oklahoma, Kentucky, Utah und Nebraska, wo es lange Zeit keine Parteiorganisationen mehr gegeben hatte.

Doch dieser Weg der Organisierung ist nicht überall gangbar, weil die Mitglieder oft sehr vereinzelt und in großen Entfernungen voneinander leben. Die CPUSA sieht deshalb einen möglichen Weg und eine Notwendigkeit darin, die „Face-to-face-Organisation“ (Organisation von Angesicht zu Angesicht) mit der Organisation der Mitglieder über die sogenannten sozialen Medien zu kombinieren. Das setzt allerdings voraus, dass die Kontakte über die sozialen Medien als permanente und wichtige Aufgabe sorgfältig gepflegt werden. Bachtell meinte dazu, dass das eigentlich keine neue Idee sei; schon Lenin habe das Konzept des Aufbaus der Partei rund um die Zeitung herum entwickelt. Nur die Trägerinstrumente haben sich inzwischen geändert; was damals die Parteizeitung war, soll jetzt über das Medium Internet erreicht werden.

Ein anderes zentrales Thema der Konferenz war die Verankerung der Partei in den aktuellen Kämpfen. „Wir werden nicht so wachsen, wie wir sollten, wenn wir nicht in den Kämpfen um die Gesundheitsvorsorge, die Behandlung der Einwanderer und die Umwelt beteiligt sind“, sagte Rossana Cambron, die Koordinatorin der Partei für die Mitgliederbetreuung. „Trump und Co. bereiten einen umfassenden Angriff auf die Umwelt, die Einwandererfamilien usw. vor“. Auch Bachtell sagte: „Wir sind dabei, aber nicht in dem Maß, wie wir sollten. Hier ist die Verbindung zu unseren neuen Mitgliedern, von denen viele nicht sehr viel Organisationserfahrungen haben, eine Schlüsselfrage. Das ist besonders wichtig angesichts der kommenden Wahlen. Da braucht es alle Hände an Deck“.

Gemeint waren damit vor allem die Wahlen im November 2018, bei denen zwei Jahre nach der Wahl Trumps zum Präsidenten das Repräsentantenhaus, viele Senatoren und Gouverneure der Bundesstaaten neu gewählt werden. Diese „Zwischenwahlen“ gelten allgemein als ein wichtiger Stimmungstest zwei Jahre nach der Präsidentenwahl, der oft eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse ankündigte. Sie stellen 2918 eine erste große und wichtige Möglichkeit dar, Trump eine schwere politische Niederlage zuzufügen und seine Abwahl zwei Jahre später vorzubereiten.

„Das sind große Probleme“, sagte Konferenzorganisator Joe Sims. „Der Punkt ist, dass die Partei wächst – aber das ist keine automatisch gegebene Selbstverständlichkeit. Es hat bedeutende Durchbrüche gegeben, aber das Wachstum ist online und offline nicht gleichmäßig. In Houston ist viel getan worden für die persönliche Rekrutierung, in Ohio meldete sich eine Gruppe von etwa 20 Leuten bei einer Vortragsveranstaltung, 40 kamen zu einer Juneteenth-Feier in Buffalo („Juneteenth“ = Freiheitstag, Feiertag in vielen Bundesstaten zur Erinnerung an die Abschaffung der Sklaverei). Aber wir kratzen nur gerade an der Oberfläche in Bezug auf Leute, die sich online anmelden“.

G. Polikeit

 

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