Kapitalismus und Digitalisierung

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02.10.2017: Eine neue Generation der Informations- und Kommunikationstechnologien dringt zunehmend in unseren Alltag und verändert ihn genau wie unser Berufsleben. Versprochen werden Arbeitserleichterungen auf den verschiedensten Gebieten. Alles soll einfacher, bequemer und schneller werden. Die Erfahrungen der Beschäftigten sind oft andere: Lohndrückerei, Arbeitsverdichtung, Leiharbeit, um nur einige zu nennen.

Dabei wäre die Zurückdrängung und Überwindung monotoner Arbeiten möglich. Körperliche Belastungen können durch Assistenzsysteme deutlich verringert werden. Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ werden Visionen von der flexiblen und vernetzten Fabrik der Zukunft entwickelt. Sie soll schnell auf Kundenwünsche eingehen. Produzieren nach Bedarf und damit Schonung der Ressourcen wird möglich. Mehr berufliche Bildung und Weiterbildung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Arbeitserleichterungen werden denkbar.

Was schon immer galt, gilt unter dieses Voraussetzungen erst recht: Eine erhöhte Produktivität ermöglicht eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit und stellt Zeit für Weiterbildung, Kultur, soziale Aktivitäten und Erholung zur Verfügung.

Zugleich eröffnen sich neue Dimensionen einer partizipativen Demokratie.

Zwar findet Planung in unserer Gesellschaft an vielen Stellen und innerhalb transnationaler Produktionsketten statt, leider plant aber jedes Unternehmen nur für sich. So lässt sich die grundsätzlich chaotische Natur des Kapitalismus nicht bändigen.

Es scheint nur eine Ausrichtung für Planung in dieser Wirtschaftsordnung zu geben: Wo sind die Arbeits– und Umweltstandards am geringsten, wie lassen sich Steuern am besten vermeiden? Welche Konkurrenten sollen aufgekauft werden? Wo soll investiert werden und welche Betriebe sind zu schließen? Welche Produkte sollen an den Mann oder die Frau gebracht werden?

Nicht vergessen werden soll dabei, dass derartige, oft ganze Regionen betreffende Entscheidungen von Menschen getroffen werden, die in keiner Weise demokratisch legitimiert sind. Beschäftigte und Bürger haben stets alleine die Folgen zu tragen. Shareholder sind nur an der Mehrung ihres Reichtums interessiert.

Eine immer stärker vernetzte Wirtschaft macht eine demokratische Planung nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Im Interesse von Mensch und Natur.

Das alles sind Möglichkeiten. Welche gesellschaftlichen Bedingungen sind erforderlich, damit sie Realität werden?

Welche Folgen sind unter den herrschenden Bedingungen zu erwarten?

Hardy Kowalzik aus Bremen und  Reiner Liebau aus Minden haben versucht, darauf eine Antwort zu geben. Ihr Beitrag ist von der DKP Minden als Broschüre herausgegeben worden (s. Anhang).