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Einladung zum nächsten Treffen am 11. und 12. Mai 2019 in Hann.Münden

07.04.2019: Unser Treffen im November 2018 stand unter dem Thema „ Europa und die Rechtsentwicklung „ Analysen und Einschätzungen der zugespitzten politischen Lage im Mittelpunkt.

Wir wollen uns diesmal mit der anderen Seite beschäftigen. Wo sind gesellschaftliche Gegenkräfte in Bewegung, welche Ansatzpunkte für eine Veränderung des Kräfteverhältnisses zwischen Kapital und Arbeit gibt es, was ist die Aufgabe von Kommunistinnen und Kommunisten und insgesamt der gewerkschaftlichen und linken Kräfte.

Den einleitenden Beitrag am Samstag wird Frank Deppe zum Thema

„Aktuelle Herausforderungen – Alternativen aus marxistischer Sicht„

halten.

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Widersprüche und Übereinstimmungen

Detlef Fricke zum Thema:“Fragen zu Widersprüchen und Übereinstimmungen imperialistischer Strategien“ auf der Tagung "Europa und die Rechtsentwicklung" am 24./25.11.18

Fragen:

Was sind die Ursachen des von der Trump ausgerufenen Handelskrieges?

Wie ist dies angesichts der von Uwe dargestellten Internationalisierung der großen Transnationalen Konzerne, der kapitalmäßigen Verflechtung, der weltweiten Wertschöpfungsketten zu erklären?

Welche Rolle spielt die Politik der Regierungen der Staaten, in denen jeweiligen Unternehmenszentralen ihre „ Heimat „ haben; welche Rolle übernimmt die EU?

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Das deutsche Großkapital verändert sich!

Das deutsche Großkapital verändert sich!

Referat von Uwe Fritsch auf der Tagung "Europa und die Rechtsentwicklung" am 24./25.11.18

Ausgangssituation

Beim Lesen und Analysieren des „manager magazin“ 11A/2017 mit dem Titel „märchenhaft wachsende Vermögen – die 1001 reichsten deutschen“ bin ich auf einige interessante Details gestoßen. Aus meiner Sicht rechtfertigt die Analyse, zusammen mit den persönlichen Erfahrungen in dem Weltunternehmen Volkswagen AG die These:

„das deutsche Großkapital in der Form der ehemaligen „Deutschland AG“ hat sich aufgelöst, existiert in dieser Form nicht mehr und organisiert sich internationaler neu“

Daraus ergibt sich aus meiner Sicht für uns die Notwendigkeit als Kommunistinnen und Kommunisten, als linke, fortschrittlicher Menschen, aber auch als Gewerkschaftsmitglieder im Besonderen, die politische Praxis, die Strategie und Taktik daran anzupassen. Letztlich geht es um den Erhalt und den Ausbau der gewerkschaftlichen Gegenmacht.

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Heinz Stehr: Aufgaben kommunistischer Politik

Referat von Heinz Stehr auf der Tagung "Europa und die Rechtsentwicklung" am 24./25.11.18

Die Europäische Union ist aus der Sicht der Mehrheit der Bevölkerung ein Gewinn für die Menschen in der BRD. Viele halten es für vorteilhaft, dass es in EU-Europa eine Währung, offene Grenzen (jedenfalls bisher), einen europäischen Gerichtshof und ein übernationales Parteiensystem gibt. Die bürgerliche Propaganda verbindet mit der EU Frieden, Fortschritt, Wohlstand, mehr Gerechtigkeit und weniger Nationalismus.

Stimmt das, oder ist diese Sicht nur eine suggerierte Schimäre?

Die Wahrheit ist differenzierter und widersprüchlicher zu allen Behauptungen bürgerlicher und sozialdemokratischer Politik. Denn prinzipiell ist die EU ein Gesellschaftsprojekt des Großkapitals, und seit der Römischen Verträge 1956 war sie in der Tat ein entscheidendes  Projekt des Kapitals in allen Mitgliedsländern. Das Ziel war die Profitmaximierung auch unter Nutzung moderner Produktivkraftentwicklung, neuer Kommunikation und Handelssysteme.

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Einige Überlegungen zum Rechtsruck in Europa und den Herausforderungen für kommunistische Politik

Referat von Thomas Hagenhofer auf der Tagung "Europa und die Rechtsentwicklung" am 24./25.11.18

Liebe Genossinnen und Genossen.

Ich möchte meinem Beitrag, der gemeinsam mit weiteren saarländischen Genossen entwickelt wurde, einige Grundüberlegungen zu herangereiften Fragen und Herausforderungen voranstellen.

Worum geht es nach unserer Einschätzung jetzt aufgrund der fortschreitenden Rechtsentwicklung?

  • Es geht immer mehr um fundierte und nachhaltige strategische und taktische Überlegungen und Konzeptionen, die die globalen, EU-europäischen und nationalen Herausforderungen auf den berühmten Punkt bringen sollen.
  • Es geht heute zugespitzt um Friedenssicherung, die Beseitigung von Kriegsgefahren, gegen Kriege, für Abrüstung und die Sicherung der ökologischen Lebensgrundlagen und einer Umverteilung von oben nach unten.
  • Die Verhinderung und Überwindung reaktionärer Auswege aus den kapitalistischen Krisenentwicklungen, dem geostrategischen Konkurrenzkampf, der zunehmenden Rechtsentwicklung sind Dreh- und Angelpunkt.
  • Strategische und taktische Aufgabe für uns Kommunist*innen ist der Stopp der Rechtsentwicklung. Wir sollten diskutieren, ob dies inzwischen als eine eigene Kampfetappe definiert werden sollte. Wir wirken für das Zusammenfinden und Bündeln aller Kräfte, die sich gegen solche reaktionären Entwicklungen stellen.
  • Inwieweit diese schon Anläufe zu weitergehenden, grundlegenden Veränderungen und Entwicklung von Potentialen in Richtung einer anderen Gesellschaftsordnung hervorbringen kann, ist offen, aber auch jetzt nicht Bedingung für unser Handeln.
  • Das Hauptkampffeld ist dabei das eigene Land. Fortschritte im Kräfteverhältnis in der BRD können das Kräfteverhältnis in der EU verändern und haben auch Einfluss auf geostrategische Perspektiven.
  • Unsere Kritik an der Konstruktion dieser EU und an dem unsozialen, undemokratischen, ausgeprägt neoliberalistischen Zuständen und Zukunftskonzeptionen richten wir an die Verantwortlichen und an die ökonomisch für diese EU dominierenden Kräfte und den entsprechenden Kräften im Überbau im eigenen Land. Dabei müssen wir aber die globale Perspektive strategisch und taktisch konkreter definieren. Dies gilt nicht nur für offene Grenzen und die Solidarität mit den Flüchtenden. Dies gilt auch für die EU-Wahl und im EU-Wahlkampf.
  • Es geht um sozialen und demokratischen gesellschaftspolitischen Fortschritt im eigenen Land. Erfolge für die Verbesserung des Lebens sind möglich und können erkämpft werden.
  • Wir sind für Reformen, die das Leben und Arbeiten auch in diesem System verbessern können. Immer mehr rückt dabei die Dialektik mit der Erhaltung der ökologischen Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt. Mit entsprechenden alternativen Forderungen müssen wir die Herrschenden herausfordern.
  • Wir müssen nach unseren Kräften dabei helfen, die Gewerkschaften zu aktiveren und zu durchsetzenden Elementen zu machen. Die Erfolge in der Pflege sind schon ein Signal.
  • Wir sind für einen radikalen Politikwechsel, der offensichtlich nur in einem langwierigen Prozess möglich sein wird. Wir unterstützen Bewegungen und Initiativen, die dieses Ziel verfolgen und bringen uns dort konstruktiv ein.
  • Die gesellschaftspolitischen Widersprüche entwickeln sich aktuell im eigenen Land in neuer Qualität. Das zeigen die breiten Widerstandsaktionen gegen reaktionäre Lösungen und Wege, wesentlich schwächer auch bei Wahlen. Es gibt also nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen der Rechtsentwicklung etwas entgegen zu setzen und sie zu stoppen!
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Bericht über die Tagung "Europa und die Rechtsentwicklung", 24./25.11.18

Zu Beginn der Tagung stellten die Referenten die Kernaussagen ihrer Beiträge

  • Thomas Hagenhofer zum Thema: Überlegungen zum Rechtsruck in Europa und die Herausforderungen für kommunistische Politik
  • Uwe Fritsch zum Thema: Das deutsche Großkapital verändert sich
  • Detlef Fricke zum Thema:  Fragen zu Widersprüchen und Übereinstimmungen imperialistischer Strategien
  • Isa Paape zum Thema: Reformpolitik im europäischen Rahmen
  • Heinz Stehr zum Thema: Aufgaben kommunistischer Politik

dar.

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50 Jahre SDAJ - Da sind wir aber immer noch..!

50 Jahre SDAJ - Da sind wir aber immer noch..!

09.06.2018: 50 Jahre nach der Gründung der SDAJ Schleswig – Holstein am 9. Juni 1968, trafen sich am 2. Juni 40 SDAJler der ersten Jahre im Rheinhold – Jürgensen – Zentrum der DKP Elmshorn.

Die SDAJ Fahne wehte wie in guten alten Zeiten an der Hauswand, ein Zelt war aufgebaut, unter dem der Grill leckeres Fleisch brutzelte, unter der Markise türmten sich selbstgemachte Kuchen, Salate, Käse und pikante Dips. Alle hatten was beigetragen, neben kulinarischem auch Fotos, Materialsammlungen und Anekdoten aus der Zeit der Gründung der SDAJ.

Der ehemalige Bundesvorsitzende Wolfgang Gehrke war aus Berlin gekommen, der Arbeiterjugendverantwortliche der Bundesgeschäftsführung der SDAJ jener Zeit Heino Hoffmann kam, wie auch Michael Maercks als ehemaliges MSB Spartakus Führungsmitglied.

Es wurden Erinnerungen ausgetauscht, zahlreiche Erlebnisse und Anekdoten noch einmal ins Gedächtnis gebracht. Anhand der Fotos und Materialien wurde die Bandbreite der SDAJ Politik jener Zeit deutlich:
Soziale Forderungen, Bildungspolitik, Friedenspolitik, Antimilitarismus, für eine sinnvolle Freizeitgestaltung, für ein selbstbestimmtes Leben und die Mitbestimmung der Jugend und für eine sozialistische Zukunft.

 

 

Es war interessant zu hören wo, in welchen Formen und Bewegungen alle Anwesenden irgendwie aktiv geblieben sind und wie sie diese SDAJ – Zeit mitgeprägt hat. Das Treffen fand in einer besonderen solidarischen Atmosphäre statt die ihren Ursprung in den gelebten gemeinsamen politischen Erfahrungen hat. Da gab es bei gemeinsam gesungenen Lieder, zu denen Jens und Dirk Wilke Gitarre spielten, schon mal heftigere emotionale Reaktionen, viel Lachen, aber auch bewegende Erinnerungen waren beim Lagerfeuer angesagt.

Die SDAJ Schleswig – Holstein lebte von Aktionen, Pfingstlagern, theoretischen Durchdringen der politischen Probleme in vielen Seminaren, Lehrgängen und auf Beratungen und Konferenzen und von vielen Gemeinsamkeiten mit anderen Jugendorganisationen, zur FDJ in Neubrandenburg, besonders zur DKU Dänemarks gab es intensive Beziehungen aber auch zu Falken , Jusos, Jungdemokraten, Landjugend, in Jugendringen und selbstverständlich zur Gewerkschaftsjugend, in der viele von uns organisiert waren und Funktionen hatten. Mitglieder der SDAJ waren zeitweise Vorsitzende der Landesschülervertretungen und der Jungen Presse Schleswig – Holstein.

Rainer Schill ehemaliger Landesvorsitzender erinnerte an unser gemeinsames Wirken mit dem Hinweis auf konkrete Erfahrungen z. B. bei der jährlichen „Tur dör Sleswig- Holsteen“ oder unsere Abenteuer mit dem Kutter „Albin Köbis“, oder bei Aktionen vor den Werften des Landes.

Nach dem Treffen gab es die Idee, sich jährlich wieder zu treffen, auf jeden Fall im Gespräch zu bleiben. Es ist unter uns etwas gewachsen, das bis heute Zusammengehörigkeit entwickelt.

SDAJ 50 hat uns erneut viel gegeben.
 
Text: Heinz Stehr             Fotos: Michael Maercks

Die Namen auf dem 1. Foto von links nach rechts:

Klaus Weißmann, Wolfgang Gehrke, Bettina Jürgensen, Rainer Schill, Heinz Stehr, Heino Hoffmann

Abwehrkämpfe oder erste Reformansätze? - Die Arbeitszeitfrage in den aktuellen Tarifrunden

18.04.2018: Die Arbeitszeitverkürzung gehört wieder zu den Top-Themen gewerkschaftlicher Debatten. Auch in Tarifrunden steht sie wieder ganz oben auf der Forderungsliste. Die Wünsche der Beschäftigten allerdings treffen auf den erbitterten Widerstand der Unternehmerverbände, die ganz klar Arbeitszeiten flexibilisieren und verlängern wollen. Zur gerade beendeten Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie lässt sich auf den ersten Blick noch nicht einmal sagen, welche der beiden Parteien mehr für sich herausholen konnte bei diesem doch sehr ungleichen Kampf. Eine ausführlichere Einschätzung dieser Tarifrunde kann man in meinem Beitrag „IG Metall schafft Einstieg in die Arbeitszeitverkürzung“ auf der Internet-Seite des isw München nachlesen.

Ganz ohne Zweifel aber wird die Arbeitszeitverkürzung auch in den kommenden Jahren für die Gewerkschaften eines der wesentlichen Themen bleiben, weil sie immer noch das erprobte Mittel ist zur Umverteilung von Arbeit – und damit zur Bekämpfung von Massenarbeitslosigkeit und fortschreitender Prekarisierung. Noch viel grundsätzlicher konstatierte Karl Marx in einem Rohentwurf der Grundrisse: „Ökonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf“. Sehen wir uns also zunächst die derzeitigen ökonomischen und politischen Umstände etwas näher an, unter denen der Kampf um die Arbeitszeit stattfindet. Dazu kurz zwei Thesen, und im Anschluss daran einige Überlegungen für den weiteren Kampf um eine notwendige Veränderung des Kräfteverhältnisses.

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